Nach einem alten Protokoll wurden die ersten Entscheidungen für die Gründung einer Freieilligen Feuerwehr in Maising am 30. August 1874 gefällt. Der damalige Bürgermeister Michael Grad entschloss sich damals zum Umtausch der alten Spritze gegen eine neue von der Firma Kirchmair und Beschaffung von neuen Löschrequisiten. Gleichzeitig sollte der Bau eines Feuerwehrhauses in Angriff genommen werden. Dieser Beschluss wurde bestätigt von Josef Koller und Anton Benedikt. Die Gründung selbst fiel dann in das Jahr 1876. Bis dahin war das Feuerwehrhaus fertig gestellt. 22 aktive Feuerwehrmänner brachte man damals schon auf die Beine. Die Aufnahmegebühr betrug pro Mann 50 Pfennig und der Monatsbeitrag 10 Pfennig. Die kleine Fahrspritze wurde durch ein Pferdegespann gezogen und von zehn Mann unter Druck gesetzt. Diese Spritze war bis zum Jahre 1898 in Betrieb. In diesem Jahr wurde dann eine neue Feuerlöschmaschine zum Preis von 1180 Mark bei der Kgl. Hoffeuerlösch-Maschinenfabrik Dominik Kirchmair in München gekauft. Die Rückgabe der alten Spritze wurde mit 300 Mark angerechnet.
Um die Effizienz der Feuerwehreinsätze zu erhöhen, wurde beim Bau der neuen Wasserversorgung 1910 für Maising auch an den Einbau von Hydranten in das Leitungssystem gedacht. Gleichzeitig beschaffte sich die Feuerwehr Maising einen Schlauch- und Hydrantenwagen. Während des Krieges, die Männer waren eingezogen, wurde der Feuerwehrdienst von den Frauen in Maising verrichtet. Dies war die erste weibliche Löschgruppe unserer Feuerwehr.
Unmittelbar nach dem Krieg wurde 1948 der Gerätepark durch den Kauf einer TS 8 mit Anhänger aus ehemaligen Luftschutzbeständen erweitert. Diese Pumpe mit Zweitaktmotor war bis zum Jahre 1969 im Einsatz. Am 2. September 1950 wurde auf einer Gemeinderatssitzung beschlossen, die geforderte Feuerschutzabgabe in der Gemeinde Maising nicht einzuführen. Beim Bau des Gemeindehauses 1968 entschied der Gemeinderat in Maising, dass gleichzeitig eine Feuerwehrgarage entstehen soll. Nach Fertigstellung des Neubaus konnte 1969 dank des Einsatzes des damaligen Bürgermeisters Bartholomäus Benedikt und der großzügigen finanziellen Unterstützung des langjährigen Mitgliedes Hans Hahl ein „TSF Fordfahrzeug“ angeschafft werden.
Im Juli des Jahres 1976 feierte die Feuerwehr Maising ihr 100-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Zum ersten Mal bekam die Feuerwehr eine neue Fahne, welche bei schönstem Wetter während des Festgottesdienstes geweiht wurde. Im Frühjahr 1983 wurde Rupert Wachter zum 1. Kommandant gewählt. Er folgt auf Anton Klostermeier, der das Amt 35 Jahre innehatte. Das „TSF Fordfahrzeug“ war 24 Jahre bei allen Einsätzen und Übungen im Einsatz, bis es schließlich gelang, im Jahre 1993 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug „TSF-W“ mit TS 8/8 auf Mercedes 510 Fahrgestell zu beschaffen. Zur Weihe des Fahrzeuges luden die Feuerwehrmitglieder die Bevölkerung zu einem Fest ein, das am 5. September 1993 stattfand.
Im Laufe der Jahre änderten sich die Aufgaben für die FFW Maising, immer mehr hin zu technischen Einsätzen, wie Hilfe bei Verkehr- und Ölunfällen. Bei der anfallenden Modernisierung der Feuerwehr Maising legten im Jahre 1990 die ersten drei aktiven Mitglieder die Prüfung als Atemschutzgeräteträger ab. Die freiwillige Feuerwehr Maising hatte natürlich auch mit dem Problem „Mitgliederschwund“ zu kämpfen. Deshalb wurde 1997 versucht, durch gezielte Werbung auch junge Mädchen und Frauen zum Eintritt bei der Feuerwehr zu bewegen. Diese Aufgabe übernahmen damals unter dem Kommandanten Ruppert Wachter sen. der Jugendwart Martin Frömmel und Florian Dreisbach. Der Erfolg bestätigte sich darin, dass 2001 vier weibliche Mitglieder ihren aktiven Dienst ausübten.
Im Jubiläumsjahr hat die Freiwillige Feuerwehr Maising acht Atemschutzgeräteträger. Die gesamte Feuerwehr besteht aus 38 Aktiven, davon 10 Jugendliche, und 22 passiven Mitgliedern. Ein ganz besonderes Lob muss man den aktiven Mitgliedern zollen, welche ihre Freizeit opfern, um anderen Menschen zu helfen. So hatten zum Beispiel die Feuerwehr Maising im Jahre 1999 20 Einsätze mit insgesamt 335 Einsatzstunden. Dazu wurden noch 260 Übungsstunden absolviert. Ein Leistung, die sich für den kleinen Ort Maising sehen lassen kann. Auf der Jahreshauptversammlung 2000 wurde Thomas Wagner zum 1. Kommandanten gewählt.
Nachdem beschlossen war, im Jahr 2001 ein großes Fest zum 125-jährigen Jubiläum zu veranstalten, sind alle Feuerwehrkameraden mit den Vorbereitungen beschäftigt. Gleichzeitig wurde mit dem Umbau des Aufenthaltsraumes der FFW Maising begonnen. Der Raum wird vergrößert und eine kleine Teeküche eingebaut, damit sich die aktiven Feuerwehrkameraden beim theoretischen Unterricht oder bei kleinen Feiern gesellig zusammensetzen können.
Auf dem Wege der Modernisierung der Struktur der freiwilligen Feuerwehr Maising wurde im Jahr 2000 beschlossen, einen Verein zu gründen. Die Gründungsversammlung für den Verein „Freiwillige Feuerwehr Maising e.V.“ war am 23. November 2000 im Gasthaus „Georg Ludwig“ in Maising.
Am 15.07.2001 feierten wir mit zahlreichen Ehrengästen, Fahnenabordnungen und Vereinen unser Jubiläum 125-Jahre Freiwillige Feuerwehr Maising mit Standartenweihe und Festzug. Im gleichen Jahr wurde unser Einsatzfahrzeug für die Aufnahme von Atemschutzgeräten neuester Generation umgebaut. Die ersten Kameraden erhielten Funkwecker zur stillen Alarmierung. 5 x kamen diese heuer schon zum Einsatz.
2002 erhielt unser Schulungs-und Aufenthaltsraum neue Tische, erstellt in Eigenleistung, und eine neue Bestuhlung. Wir nahmen auch mit unserer TS8 aus Luftschutzbeständen an der Ausstellung „Historisches Feuerwehrgerät“ in Andechs, anlässlich der Feierlichkeiten „100-Jahre-Landkreis-Starnberg“, teil.
Wir waren bei 11 Einsätzen auch wieder stärker gefordert. Schlimmeres konnte verhindert werden, als ein Nachbar den Brand in der Schreinerei Voggenreiter im Kirchenweg schon im Anfangsstadium entdeckte und wir sofort über die Polizei Starnberg alarmiert wurden. Zusammen mit den Kameraden aus Pöcking, Aschering, Starnberg und von der Kreisbrandinspektion konnte ein übergreifen der Flammen in das Sägemehl- und Spänesilo verhindert werden. Das folgende Jahr 2003 mit 6 Einsätzen konnte durchaus als ruhig bezeichnet werden. 2004 wurden wir dann wieder zu 12 Einsätzen gerufen, im selben Jahr legten auch 16 Kameradinnen und Kameraden ihr Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Löscheinsatz“ Stufe 1–6 mit Erfolg ab. Als wir 2005 mit zahlreichen „Aktiven und Passiven“ auf Feuerwehrausflug am Bodensee unterwegs waren, erreichte uns die Meldung „Gasexplosion im Bachweberhaus“. Es kam hier nicht zum Brand, Personen erlitten nur leichte Verletzungen. Glücklicherweise war nicht die ganze Mannschaft beim Ausflug dabei, so dass der Einsatz zusammen mit den Kameraden aus Pöcking korrekt abgearbeiet werden konnte. Zu weiteren 7 Einsätzen von Brand (hier unterstützten wir zusammen mit Pöcking und Tutzing die Kameraden von Feldafing mit unseren Atemschutzgeräteträgern beim löschen eines Dachbrandes), zu Personenrettung und zu Technische Hilfeleistung wurden wir ebenfalls noch gerufen.
Im darauffolgenden Jahr 2006 konnten wieder 13 Kameraden die Leistungsprüfung „Die Gruppe im Löscheinsatz“ Stufe 1–6 mit Erfolg ablegen. Wir wurden weiters zu 5 Einsätzen gerufen.
Auf der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2007 erhielt unser langjähriger Kommandant Rupert Wachter seine Ernennungsurkunde zum Ehrenkommandanten der Feuerwehr Maising aus der Hand von unserem 1.Bürgermeister Rainer Schnitzler und Kommandant Thomas Wagner. In seiner Amtszeit hat Rupert Wachter 1986 die Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen, 1990 die ersten Kameraden auf Atemschutzlehrgang entsandt und 1993 die Beschaffung unseres derzeitigen Löschfahrzeuges Mercedes-Benz Typ 510 / TSF-W initiert. 1997 konnte er auch wieder Maisinger Frauen für den freiwilligen Feuerwehrdienst begeistern.
2007 hat Orkan „Kyrill“ viele Einsätze im Landkreis Starnberg ausgelöst, unser Ortsgebiet blieb davon verschont, trotzdem hatten wir 12 Einsätze zu verzeichnen. 4 x Brandeinsätze, 6 x Technische Hilfeleistung, 1 x Sicherheitswache und 1 x Fehlalarm. Der Fehlalarm wurde ausgelöst durch einen Passanten, der bei einem tieffliegenden Flugzeug mit auffälligen Triebwerksgeräuschen einen Flugzeugabsturz im Bereich der „Maisinger Schlucht“ vermutete. Die angerückten Kräfte aus Polizei, Kreisbrandinspektion, THW, Feuerwehr, Rotes-Kreuz belegten den kompletten Parkplatz der Maxhof-Kaserne. Auch wurde die Aktion durch 2 Rettungshubschrauber unterstützt. Der Einsatz konnte nach ca. 2 Stunden beendet werden, als feststand, dass der Flieger in Oberpfaffenhofen sicher gelandet war.
2007 wurde auch die ILS (Integrierte Leitstelle) in Fürstenfeldbruck, zuständig für die Alarmierung der Rettungsdienste in den Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg und Starnberg, in Betrieb genommen.
2008 fielen 8 Einsätze an (2 x Brand in Pöcking und Maising / 2 x THL in Seewiesen und Maising / 3 x Verkehrsabsicherung beim Maibaum-aufstellen, Landkreislauf und Fronleichnamsprozession / 1 x Sicherheitswache beim Stadl- fest der Landjugend „Maisinger See“) .
2009 .....
Quelle : Festschrift zum 125 Jährigen Jubiläum und Protokolle JHV |